Muelenz Sigismund

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Diakon und Pastor Sigismund Muelenz

Sigismund Muelenz,

Diakon des Rauhen Hauses aus Grevesmühlen (Meckl)

später Pfarrer in der DDR

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Sigismund Muelenz

Band 11:

Genossen der Barmherzigkeit

Diakone des Rauhen Hauses

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altes Rauhes Haus in Hamburg-Horn

Sigismund Muelenz   wurde am 22.02.1910 in Grevesmühlen im westlichen Mecklenburg geboren.  An der Oberschule in Grevesmühlen machte er 1930 das Abitur, studierte mehrere Semester Theologie.  Am 18. April 1933 trat er als Diakonenschüler ins Rauhe Haus ein, 1943 konnte er das Diakonenexamen machen, 1953 in Sausedlitz bei Delitzsch/Sachsen zum Pfarrer ordiniert. Verschiedene Pfarrstellen bis 1974.  Verstorben am 12. Januar 2002.

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Sigismund Muelenz wurde am 22.02.1910 in Grevesmühlen im westlichen Mecklenburg geboren, besuchte dort, zeitweilig aber auch im Harz, die Schule. Er beschäftigte sich viel mit Naturbeobachtungen. Von dem Geld, das er durch Nachhilfestunden verdiente, konnte er sich früh einen Fotoapparat zulegen, mit dem er sehr beachtliche Naturaufnahmen gemacht hat. Ein weiteres Hobby war für ihn das Singen, wozu er auch eine Gitarre erworben hatte. An der Oberschule in Grevesmühlen machte er 1930 das Abitur. Anschließend begann er in Halle ein Studium der Theologie, das er in Tübingen und Rostock fortsetzte. Neben dem Studium erlernte er die Krankenpflege und arbeitete in Halle in der Gerichts- und Gefängnisseelsorge mit. Nach fünf Semestern beendete er sein Theologiestudium, weil seine Professoren meinten, dass er den nervlichen Belastungen nicht gewachsen sei. In Halle kam er in Kontakt mit der Inneren Mission. In manchen ihrer Einrichtungen erprobte Sigismund Muelenz die Möglichkeit, ob er dem praktischen Dienst am Nächsten, den er unbedingt ausüben wollte, gewachsen sei. So wuchs in ihm der Wunsch, Diakon zu werden, und er bewarb sich beim Rauhen Haus in Hamburg, wo er sich ab 18. April 1933 als Diakonenschüler ausbilden ließ. In verschiedenen Praktika lernte er die ganze Vielfalt der Einsatzorte von Rauhhäusler Diakonen kennen. So war er in der Seemannsmission, in einer Herberge zur Heimat, in einem Waisenhaus der deutschen Gemeinde in Argentinien, in der Gesundheitsfürsorge sowie in der Erziehungsarbeit und der Verwaltung des Rauhen Hauses tätig. Er trat dem Roten Kreuz bei, um die von den Nationalsozialisten geforderte Zugehörigkeit zu einer Parteiorganisation zu umgehen. Seine Ausbildung wurde ab 1937 durch den Dienst bei der Wehrmacht unterbrochen, aus dem er ohne nachhaltige Blessuren entlassen wurde.

Während eines Heimaturlaubs 1940 legte er die Wohlfahrtspflegerprüfung im Rauhen Haus ab. 1941 wurde er verwundet. 1943 konnte er das Diakonenexamen absolvieren. Die ersten Berufsjahre als Diakon war er in Hamburg in der Inneren Mission und in St. Gertrud als Gemeindediakon tätig. Es zog ihn aber in seine Mecklenburger Heimat zurück, wo er ab 1944 Propsteidiakon in Grevesmühlen war.  Weitere Stationen waren die Tätigkeit als Fürsorger, Kreislagerleiter im Sudetenland und als Heimleiter in Riesa an der Elbe. Am 8.05.1950 erfolgte die Einsegnung zum Diakon im Rauhen Haus. Seinem ursprünglichen Lebensziel, einmal als Pfarrer auf der Kanzel zu stehen, konnte er durch den Besuch eines katechetischen Seminars der Sächsischen Landeskirche näher kommen.  Als Pfarrdiakon übernahm er eine Landgemeinde in Sausedlitz bei Delitzsch.  Dort wurde er 1953 zum Pfarrer ordiniert. In seiner umfangreichen Korrespondenz mit dem Rauhen Haus schrieb er einmal: „Nun habe ich es doch noch geschafft“.  Der Dienst auf dem Lande war nicht einfach, zumal Predigtstätten in mehreren Dörfern zu versehen waren. Die äußeren Gegebenheiten in der damaligen DDR erschwerten zusätzlich seine Arbeit. „Ich hatte 7 Kirchen, keine geheizt. Kein Gottesdienst ist ausgefallen“. Er war in verschiedenen Gemeinden der anhaltinischen Kirche eingesetzt, bis er 1974 nach einem längeren Krankenhausaufenthalt in den Ruhestand versetzt wurde.

Verheiratet war er mit Charlotte, geborene Arndt, * 26.03.1915. Während der entbehrungsreichen Jahre im Pfarrdienst in der damaligen DDR und danach im Ruhestand hat ihn seine Ehefrau immer liebevoll begleitet. Sein letzter Wohnsitz war Wetzlar. Auch im hohen Alter fühlte er sich bei seinem Schöpfer geborgen. Wenn er gefragt wurde, wie es ihm gehe, sprach er meistens nur den einen Satz: „Ich bin zufrieden!“ Er gehörte fast 69 Jahre der Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses an. Kurz vor seinem 92. Geburtstag verstarb Sigismund Muelenz am 12. Januar 2002.

Etliche Passagen dieses Lebensbildes stammen aus der Feder von Manfred Braun, ebenfalls Diakon des Rauhen Hauses.

   Sigismund Muelenz 

  * * *

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  Start der Diakonenausbildung im Rauhen Haus 1954

Diakonenunterricht um 1955 im Rauhen Haus

    Füßinger

   Diakon Gerhard Niemer

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